Textproben
o`mama - Das Lifestyle-Magazin von Müttern für Mütter aller Generationen, 2009-2011

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Auszug aus “Vagabonding” - Sieben Monate um die Welt, 2005/2006
(S. 59) ... Apropos Füße – Manolos könnt ihr getrost zu hause lassen. Flip Flops und Wanderschuhe müssen reichen. Schuhgeschäfte sollte man als Travellerin deshalb fortan meiden – zumindest wenn ihr keine Entzugserscheinungen bekommen möchtet, wie ich in Kapstadt. Meine Verlockung: Schwarze Pumps – spitz zulaufend, kleiner Absatz und edel mit Strasssteinen bestickt. Die Versuchung sollte umgerechnet nur 25 Euro kosten. Schon als ich sie aus dem Regal nahm, wusste ich, dass das ein Fehler war. Ich schlüpfte in die Frauendroge. Welch ein Gefühl – meine damals noch heile Travellerhose erstrahlte in neuem Glanz. Wie ein Schauer durchlief die ganze Eleganz dieser verlockenden Treterchen meinen Körper. Ich stolzierte durch den Laden – erhaben und voller Weiblichkeit. „Ich würde sie kaufen und nach Hause schicken“, dachte ich, „solch ein Schnäppchen würde ich mir doch sicher nicht entgehen lassen.“ - Würde ich doch, denn schließlich kaufte ich sie nicht. Das war brav und vorbildlich und überaus schmerzlich.
Auszug aus „Auf dem Bahnsteig“ - eine Kurzgeschichte, 2005
(S. 6) ....Er schrie lautlos, als sie kam. -
Die meisten Menschen auf dem Bahnsteig hatten seinen letzten Schrei gehört und starrten nun entsetzt auf die Gleise, Nur die Frau in den roten Pumps hatte seine Stimme nicht vernommen und ging weiter auf und ab – Klack, Klack.
Auszug aus „In der Bahn“ - Reisebeobachtungen, 2005
(S. 112) ... „Erzähl mir, was sie schreibt“, wollte ein alter Herr von seiner ebenso alten Frau wissen.
„Du hast den Brief doch schon gelesen.“ „Nein, habe ich nicht.“
„Warum war der Brief dann geöffnet?“. „Er war nicht geöffnet.“
„Ich finde es nicht gut, wenn Du meine Post öffnest.“ „Wir wollten den Brief doch zusammen lesen.“
„Warum willst Du wissen, was sie schreibt, wenn Du ihn schon gelesen hast.“ „Habe ich nicht.“
„Ich finde es gemein, wenn Du einfach meine Post liest.“ „Ich habe den Brief geöffnet, damit wir ihn zusammen lesen können, aber ich habe ihn nicht gelesen.“
„Warum öffnest Du den Brief und liest ihn nicht?“ „Weil wir ihn doch zusammen lesen wollten“.
„Was schreibt sie denn?“ „Ich weiß es nicht, ich habe den Brief weggeworfen.“
„Unverschämt, dass Du ihn mir vorenthältst.“
Auszug aus “Weg aus der Dunkelheit” - eine Kriminalgeschichte, 1999
(S. 23)...Ungefähr zur gleichen Zeit schlich sich eine junge Frau aus einer Wohnung im vierten Stock. Vorsichtig griff sie zum Treppengeländerund setzte einen Schritt nach dem anderen auf die Treppenstufen. Einmal war sie eine solche Treppe heruntergestürzt. Damals wollte sie den Müll aus ihrer Wohnung in den Hof bringen. Sie stolperte gleich an der ersten Stufe und hatte natürlich keine Hände frei, sich irgendwo am Geländer festzuhalten. Zuerst waren die Flaschen zu Boden gegangen und zerbrochen, dann war sie hinterher in die Scherben gestürzt. (...) Sie unterzog sich einiger Operationen, nach denen sie zwar nicht mehr makellos hübsch war, aber dafür so interessant, wie sie schon immer aussehen wollte. ...